Dr. med. Karl Klick

Dr. med. Karl Hermann Klick wurde am 7. April 1904 in Bochov bei Karlsbad geboren. Das ist eine Stadt im tschechischen Verwaltungsbezirk Okres Karlovy Vary, aus der im Übrigen auch Karin Stoiber stammt, die Frau von Edmund Stoiber und ehemalige "First Lady" Bayerns. Im Jahr 1910 lebten 2.200 überwiegend deutsche Einwohner in Bochov, das damals Buchau hieß.

 


Klick war Facharzt für Ohren, Nasen und Kehlkopf. Nach der Volksschule besuchte er die höhere Schule, machte sein Abitur und besuchte dann die Hochschule, an der er 1929 sein Staats- und Doktorexamen absolvierte.

 

 

Am 10. September 1938 heiratete Klick die am 24. Juni 1914 geborene Ruth Gädke aus Brandenburg.

 

 

Mit der Eingliederung des Sudetenlandes ins Deutsche Reich im Oktober 1938 trat Klick in die SS ein, und zwar am 28. Oktober 1938. Seine SS-Nummer lautete 330704. Am 1. November 1938 trat er dann in die NSDAP (Mitglieds-Nr. 6632219) ein. Zu dieser Zeit wohnte Klick mit seiner Frau in der Adolf Hitler Straße 39 in Aš (deutsch Asch), eine Stadt in Nordwestböhmen in Tschechien. Sie war in den Zeiten der Habsburgermonarchie (Österreich-Ungarn) ein Zentrum der Textilindustrie. Der Katholik beherrschte neben dem Englischen auch Tschechisch.

 

 

Am 9. November 1938 wurde Klick für den Militärdienst vereidigt. Am 10. September 1939 begann er als Untersturmführer und Facharzt in der San. Ob. Staffel 41, in der er bis 1. März 1944 verblieb.

 

 

Bis 1944 durchlief er mehrere Stationen:

 

 

SS-Lazarett Berlin 1.3.1940 bis 21.4.1941


Truppenübungsplatz Debica 21.4.1941 bis 21.4.1941


SS-Sanitätsamt 21.4.1941 bis 1.6.1941

 

SS-Inf.-Brigade II (motorisiert) 1.6.1941 bis 20.11.1941

 

Die 2. SS-Infanterie-Brigade (mot.) war ein Bataillon der Waffen-SS "z.b.V" (zur besonderen Verwendung). Diese Brigade nahm im Rahmen des Kommandostabes Reichsführer-SS (RF-SS) an zahlreichen Gräueltaten im nördlichen Sektor an der Ostfront, insbesondere gegen Juden, teil (Unterstellungen 1941/42 Wolchow/Pogostje/Samoshje/Kopcy/Tjutizy/Sapolje).

 

SS-Sanitätsamt Berlin 20.11.1941 bis 20.11.1941

 

Kommandierender Arzt im Reichsministerium des Innern (R.M.I.) 20.11.1941 bis 1.12.1942

 

Feldlazarett der SS-Polizeidivision 1.12.1942 bis 15.7.1943

 

Die Polizei-Division war beim Angriff auf die Sowjetunion im Bereich der Heeresgruppe Nord eingesetzt. Im Spätjahr 1942 war die Division vor Leningrad eingesetzt.

 

Standortarzt der SS Nürnberg 15.7.1943 bis 1.9.1944

 

 

Am 4.2.1944 wird Klick, der offiziell die Geschäfte des Abteilungsarztes der SS-Nachrichten-Ausbildungsabteilung des Ersatzregiments 1 in Nürnberg führte, mit Wirkung vom 16.12.1943 bis auf Abruf nach Asch im Sudetengau beurlaubt. Der Grund für Klicks Abkommandierung wird nicht angegeben. Das SS Nachrichten Ersatz Regiment in Nürnberg hatte die Aufgabe, Nachrichtenpersonal (Funker, Fernschreiber) für die Waffen-SS auszubilden und zu stellen. Auf Antrag des SS-Führungshauptamtes (SS-FHA) Amtsgruppe D, Amt XIV wurde SS-Untersturmführer Klick aus dem Dienstverhältnis der Waffen-SS am 1.9.1944 entlassen. Die "Amtsgruppe D" war die zentrale SS-Verwaltungs- und Führungsbehörde für die nationalsozialistischen Konzentrationslager und war früher als Inspektion der Konzentrationslager (IKL) bekannt, die über fast alleinige Verfügungsgewalt über die KZ-Häftlinge verfügte.

 

 

Am 16. März 1944 wurde Klick im SS-San. Ers. Btl. Stettin aufgenommen. Was nach dem Krieg geschah, ist unklar. Es geht jedoch aus den Akten hervor, dass Klick Ende Oktober 1945 seine Praxis in Aš verliert. Es erfolgt eine "Beschlagnahme durch die Tschechen". Im März 1946 wurde Klick mit seiner Familie aus Aš vertrieben.

 

 

Nach dem Krieg praktizierte Dr. Karl Klick 1955 als Hals-, Nasen-, Ohrenarzt am Kuhberg 7.

 

 

Quellen:
- NSDAP-Zentralkartei (BArch R 9361-IX/20821237)
- SS-Unterlagen (
BArch R 9361-III/535905)
- Unterlagen aus dem Lastenausgleichsarchiv (ZLA1/7107686)